Monatsspruch Dezember 2017

 

 

 

 

 

 

"Von Herzen lernen"

Am Sonntag feiern wir in unserer Kirchengemeinde Jubel-Konfirmation. Jedes Jahr ist das ein besonderes Ereignis. Die Jubilare ziehen wie vor 25, 50, 60 und 70 Jahren in die Kirche ein, Erinnerungen werden wach an die eigene Jugendzeit. Gerne frage ich beim anschließenden gemeinsamen Mittagessen: „Welche Erinnerungen haben Sie an Ihre Konfirmandenzeit?“ „Wir mussten viel auswendig lernen,“ ist die häufigste Antwort.

Schön. Und ein bisschen schade. Schön, dass die Jugendlichen damals etwas gelernt haben. Nicht irgendwelche Texte, sondern wichtige Abschnitte aus der Bibel, Gesangbuchverse, Luthers Katechismus. Schön, wenn davon bis heute etwas hängen geblieben ist. Auswendig lernen heißt auf englisch „learning by heart“, wörtlich: „von Herzen lernen“. Tatsächlich erzählen manchmal ehemalige Konfirmanden ganz stolz, dass sie noch alles wüssten, was sie damals gelernt haben. Andere geben freimütig zu, dass sie das meiste inzwischen vergessen haben.

Menschen sind unterschiedlich. Der eine merkt sich Dinge leichter, der andere tut sich schwer damit. Das ist heute noch genauso. Aber Konfirmandenunterricht ist keine Schule, sein Ziel ist nicht, Drucksituationen zu erzeugen, an die man sich im Rückblick nur ungern erinnert. In der Konfirmandenzeit sollen Jugendliche erfahren, welche Bedeutung christlicher Glaube für ihr Leben haben kann, und darüber nachdenken, welche Rolle Jesus Christus in ihrem Leben spielen möchte.

Ich frage mich jedes Jahr: Was bleibt hängen bei unseren Konfirmanden? Wie werden sie später einmal bei ihrer Jubel-Konfirmation über die Konfirmandenzeit berichten. Woran werden sie sich erinnern? Hoffentlich auch an die Sätze und Verse, die auch sie heute noch auswendig lernen müssen. Vermutlich aber noch viel eher an die Erlebnisse, die sie in der Konfirmandenzeit machen: Die Freizeit im Schnee, das Fußballturnier mit den anderen Konfirmandengruppen des Kirchenbezirks, das Jugendtreffen mit zweitausend Teilnehmern, der Aktionstag in der Johannes-Diakonie, der Gottesdienst, den sie selbst vorbereiten und eine Woche vor der Konfirmation mit der Gemeinde feiern.

Beides – das Gelernte und das Erlebte – gehört zusammen, denn die Erlebnisse in der Konfirmandenzeit sind begleitet von der Zusage, dass Jesus Christus auf unseren Wegen mit uns geht, dass er uns Gemeinschaft schenkt, dass er uns segnet und wir an den unterschiedlichen Stationen unseres Lebens uns dazu bekennen ihm nachzufolgen.

 

Pfarrer Ingolf Stromberger, Seckach-Großeicholzheim

 

74743 Seckach-Großeicholzheim

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Stricke des Todes hatten mich umfangen, ich kam in Jammer und Not. Aber ich rief an den Namen des HERRN: Ach, HERR, errette mich!
Psalm 116,3.4

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